Soziale Dringlichkeit
Migration ist ein globales Ereignis. In München leben ca. 260 000 Ausländer aus 135 Ländern, das sind 20 % der Bevölkerung. Von den 50 000 Schülern sind 18 000 ausländisch. 1500 Flüchtlingskinder leben in ca. 20 Asylbewerberheimen und Notquartieren. Die Integration von Zuwanderern ist ein soziales Problemspannungsfeld mit großer Dringlichkeit. Freudentanz - das grenzenlose Tanzprojekt bietet hohe Wirksamkeit, die Akzeptanz durch die Kids und verspricht eine nachhaltig gute Investition in unsere nächste Generation.
Auf der Flucht
Weltweit sind rund 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Sie fliehen vor Kriegen, Natur- und Umweltkatastrophen, politischer oder religiöser Verfolgung, sozialer und wirtschaftlicher Not.
Der Wille zu Leben
Flucht und Asylbegehren sind keine Zeichen von Lebensuntüchtigkeit – sondern vielmehr Ausdruck des Willens, ein Leben auf der Grundlage von Werten zu führen, die für uns in Deutschland unverzichtbar sind: Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Solidarität.
Nur ein Bruchteil dieser Flüchtlinge erreicht Deutschland, um bei uns Hilfe und politisches Asyl zu suchen. Deutschland steht im Verhältnis zur Bevölkerungszahl an zehnter Stelle der europäischen Aufnahmeländer.
Als Flüchtling in Deutschland
Wer es bis zu uns geschafft hat, muss zumeist traumatische Erlebnisse in der Heimat und auf der Flucht verkraften und den schwierigen Alltag in fremder Umgebung, Kultur und Sprache meistern, mit der ständig präsenten Angst vor Abschiebung.
Bis zur Entscheidung der deutschen Behörden, über einen Asylantrag, was Jahre dauern kann, leben die Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Ländern auf engstem Raum in Sammelunterkünften. Sie werden mit Essenspaketen und einem monatlichen Taschengeld von 40 € nur mit dem Lebensnotwendigsten versorgt. Ein Leben im inneren Widerspruch zwischen Hoffnung auf baldige Heimkehr und die Notwendigkeit zur Integration im Exilland.
Kindsein in der neuen Heimat
Für Kinder ist dies besonders schlimm, sie erleben ihre Eltern als schwach, nicht in der Lage die Familie zu versorgen und zu beschützen. Oftmals findet ein Rollentausch statt, was ein Verlust der Kindheit und große Überforderung bedeutet.
Die Kinder gehen in die Schule, lernen schnell deutsch, finden sich in der neuen Heimat leichter zurecht und müssen ihren Eltern die neue Welt dolmetschen und erklären. Sie leben in der Spannung, in zwei Welten zu leben und doch nirgendwo dazuzugehören.
Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, meist Waisen trifft es besonders hart. Sie leben mit mehreren Flüchtlingen in einem kleinen Zimmer und müssen für sich selbst sorgen. Ab 16 Jahren besteht keine Schulpflicht, also dürfen sie nicht in die Schule und auch nicht arbeiten. Ein Leben in Deutschland geblendet von einem nie zu erreichenden Wohlstand, isoliert, allein und orientierungslos ist die Gefahr der Verwahrlosung und das Abgleiten in die Kriminalität groß.